Lange wurde über die Abschaltung des beliebten Yahoo Site Explorers spekuliert. Der Service war lange Zeit eine verlässliche Quelle für die Recherche von Backlinks. Das besondere daran war, das man beliebige Domains und deren Seiten analysieren konnte. Wie angekündigt, wurde die vom Betreiber angebotene Schnittstelle zur maschinellen Datenabfrage zum 15. September 2011 eingestellt. Aber auch die Nutzung des Frontends wurde offenbar stark eingeschränkt. So führte die Abfrage verschiedener Domains innerhalb kurzer Zeit zur Sperrung der IP-Adresse. Erst der Wechsel in ein anderes Class-C-Netz brachte den erwünschten Erfolg. Da die Backlink-Analyse für die Suchmaschinenoptimierung unverzichtbar ist, bleibt zu hoffen, dass die Anbieter von SEO-Tools schnell mit eigenen Lösungen aufwarten. So günstig, weil bisher kostenfrei, dürften die begehrten Daten in Zukunft nicht mehr zu bekommen sein. Das Crawlen, Speichern und Bereitstellen stellt hohe Anforderungen an die verwendete Hardware und ist damit entsprechend kostenintensiv. Ein Fakt, der viele Anbieter von kostenlosen Tools zum Handeln zwingt.
Der Internetpionier und Mitgründer von Yahoo, Jerry Yang tritt als Vorstand zurück. Das erklärte das Unternehmen in Sunnyvale heute. Damit scheitert der “Chief Yahoo”, so sein symbolischer Titel, erneut nach nur 17 Monaten an der Unternehmensspitze. Er hat gekämpft und es dennoch nicht geschafft, die schwerwiegenden Probleme der einstigen Vorzeigefirma des Silicon Valley zu lösen. War das Unternehmen einst 1994 angetreten, das Web zu katalogisieren, so schwächelte die Bilanz von Yahoo doch seit längerem. Während Erzrivale Google trotz aktueller Finanzkrise noch immer Zuwächse verzeichnet, dümpeln die Umsätze der einst mächtigen Suchmaschine Yahoo vor sich hin. Daran konnte auch der Kauf der Foto-Community Flickr und des Bookmarkdienstes del.icio.us im Jahre 2005 nichts ändern. Im Gegenteil, Yahoo ist ein Sammelsurium von Applikationen, die zueinander völlig inkompatibel sind. Lediglich Yahoo! Mail ist mit über 200 Millionen E-Mail-Accounts noch immer Marktführer. Mit dem gescheiterten Versuch einer Übernahme durch Microsoft im Sommer diesen Jahres wollte sich der Redmonder Software-Riese ein Stück des Anzeigenmarktes im Internet sichern. Die von Microsoft-Chef Steve Ballmer gebotenen 33 Dollar je Aktie waren Yang offenbar nicht genug, er stemmte sich vehement gegen den Kauf. Etwas mehr als 10 Dollar kostete die Aktie zuletzt. Das ist ein Grund für den Druck, den verärgerte Aktionäre auf Yang ausgeübt haben. Nun zieht er die Konsequenzen und geht. Doch was wird aus Yahoo?
